E6 08/09: Blocul Turn Sibiu
Die Thematik der Revitalisierung von Wohnhochhäusern ist nach wie vor ein vernachlässigter Bereich in der Beschäftigung mit Bestandsgebäuden. Selbst im Stadtgebiet von Graz gibt es mehr als 120 Hochhäuser, vornehmlich aus den 1960er und 1970er Jahren, die großteils sowohl technisch als auch programmatisch saniert werden müssten. Obwohl diese Gebäude oft in attraktiven Lagen situiert sind, beschränken sich die Überlegungen meist auf thermische Sanierungen und brandschutztechnische Maßnahmen. Umfassende Konzepte, die auch strukturell in die Bausubstanz eingreifen, wie etwa von dem französischen Architektenduo Lacaton & Vasall gerade in Paris praktiziert, befinden sich in der absoluten Minderheit. Umso mehr erhält dieses Thema Relevanz, wenn man an die unzähligen Gebäude ähnlicher Bauweise in den ehemaligen Ostblockstaaten denkt. Der radikale Wandel dieser postkommunistischen Gesellschaften mit dem erhöhten Wunsch nach Individualisierung und komfortableren Lebensumständen lässt die Frage aufkommen, wie dieser Bedarf in Bezug auf die Herstellung von Wohnraum in Zukunft zu decken ist. Eine Umnutzung der bestehenden Bausubstanz ist daher nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus ökologischer Sicht unbedingt anzustreben.
Dokumentation (pdf): Blocul Turn

